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Das Projekt MATERIAL STORY stellt die Potenziale von deutscher Wolle und Wolle vom Aussterben bedrohter Schafrassen in den Vordergrund und entwickelt Konzepte, die deren besondere Eigenschaften hervorheben. Verschiedene zur Verfügung stehende Wollqualitäten werden in ihrer Farbigkeit, Haptik und unterschiedlichen Verarbeitungsgraden bewusst eingesetzt, um eine eigene Ästhetik entstehen zu lassen.

Der Ausgangspunkt ist jeweils das spezifische Material, dessen Besonderheiten gestalterisch genutzt werden, um den Blick darauf zu verändern und ihm damit auch eine neue Wertschätzung zu verschaffen. Das Projekt ist gleichzeitig als Modell zu sehen, das im Gegensatz zu globalisierten Produktionsprozessen auf regionale Ressourcen setzt und nachhaltige und umweltfreundliche Produktionsbedingungen fördert.
Für die Umsetzung der Kollektion wird ausschließlich naturfarbene Wolle verwendet. Diese bietet ein breites Spektrum an Farben und unterscheidet sich je nach Schafrasse in Haptik und Optik. Die rauere regionale Wolle wurde entsprechend ihren Eigenschaften zu dicken Wollrastern verarbeitet, die eigens für diese Kollektion hergestellt wurden. Die angewendete Knotentechnik ist inspiriert von der Herstellungspraktik von Freundschaftsbändern, die ihrerseits vom Makramee beeinflusst wurde. Durch die Verwendung von dicken Wollrastern ermöglicht diese Technik eine Konzentration auf die Struktur der Oberfläche. Die Knoten, die sonst mit sehr feinen und farbigeren Garnen umgesetzt werden, werden stark vergrößert und die Wahrnehmung die sonst auf die Farbe fokussiert ist, wird auf die Struktur verlagert. Die sonst unbeachtete Rückseite der Freundschaftsbänder wird hier bewusst gestaltet und ermöglicht so eine Bandbreite an Oberflächengestaltung die den Teppich zweiseitig nutzbar macht.

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MATERIALSTORY Kunsthochschule-Weißensee

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